Der Praktikant © flickr / CarbonNYCFast jede studierte Fachkraft muss sich ihre Sporen erst verdienen. Das war schon immer so, und wird wohl auch immer so bleiben. Die wenigsten Absolventen einer Universität bekommen direkt nach Abschluss eine Festanstellung, auch wenn ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt eigentlich langfristig gesehen höher sind.

Die gängigste Art, Erfahrungen zu sammeln, ist das Praktikum. Folgerichtig muss eigentlich jeder Student, vor allem als Geisteswissenschaftler, am Ende der Universitätszeit mindestens eins von diesen absolvieren. Zu diesem Umstand kommt der Faktor hinzu, dass der Arbeitsmarkt nicht mehr so offen ist wie früher. Das heißt: Praktikantenstellen mag es vielleicht geben, Festanstellungen sind jedoch je nach Branche mehr oder weniger rar. Das bedeutet, dass viele Praktikanten versuchen, nach dem Praktikum direkt übernommen zu werden, weil sie einen Fuß in die Tür des jeweiligen Tätigkeitsfeldes bekommen möchten.

Die Bereichsleiter der Unternehmen haben diesen Trend erkannt, und reagieren in den letzten Jahren verstärkt darauf. Immer mehr wird das Praktikum nicht als unterbezahlte Möglichkeit für den Praktikanten gesehen, seine Zusatzqualifikationen zu erlangen, sondern als vor die Probezeit geschaltete Möglichkeit für das Unternehmen, einen neuen Mitarbeiter zu gewinnen.

Die Resultate sind klar: Von “Ausbeutung” zu reden, wäre übertrieben, der Praktikant muss jedoch bei weniger Bezahlung meistens ähnlich viel arbeiten wie ein Festangestellter. So hat das Unternehmen eine bequeme Art gewonnen, sich zu vergrößern, für den Arbeitssuchenden selbst wird es jedoch meist schwerer, sich zurechtzufinden.